Montag, 3. Juni 2013
Den Kampf gewinnen..
Was ist das für ein Gefühl, das Leni gerade hat? So ein Gefühl sich nicht wohlzufühlen, und plötzlich in ein schwarzes Loch zu fallen. Ein Gefühl der Leere, und alleingelassen mit allen Gefühlen und Sorgen, die Leni zu erdrücken drohen.
Doch woher kommt es? Leni weiß es nicht. Es war vor ein paar Tagen einfach da. Und jetzt hat dieses Gefühl, die vollkommene Kontrolle über Leni. Leni kann nicht schlafen, sie zittert am ganzen Körper und ihr ist nur nach weinen. Vor allem abends. Aber sie kann nicht weinen, nicht tagsüber, nicht wenn dann jemand merken würde wie schwach sie eigentlich wirklich ist. Nur nachts, wenn sie in ihrem Bett liegt und die Decke anstarrt, dann überkommen sie die Tränen..
Dann schreit sie all den Schmerz, all den Druck, all die Trauer und Verzweiflung in ihr Kissen. Und niemand hört sie, niemand hört wie sie leidet. Und dann noch dieser Druck. Sie will sich nicht ritzen! Doch sie kann mit den Gefühlen und der düsteren Stimmung nicht umgehen. Wie lange wird sie noch standhalten können? Einen Monat hat sie bereits geschafft. Und auch diese Nacht wird sie überstehen. Doch irgendwann wird sie mit ihrer Kraft am Ende sein. Sie wird es herauszögern solange sie kann, in der Hoffnung das diese düstere Stimmung und dieses Gefühl bald wieder verschwinden. Sie will es schaffen. Den Kampf gewinnen.

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Sonntag, 2. Juni 2013
Der ewige Film..
'Leni steht vor dem Spiegel im Schulklo.. Niemand sonst ist da, denn alle haben Unterricht. Mit der Ausrede sie müsse mal aufs Klo, durfte sie den Unterricht verlassen. Sie sieht in den Spiegel.. Wen sieht sie da? Wer ist dieses blasse Mädchen, dessen Beine und Arme mit Narben übersät sind? Das ist sie selbst... Leni..
Schon jetzt laufen ihr Tränen über ihre Wangen. Sie holt die Glasscherbe aus ihrer Hosentasche. Da ist sie. Die Hilfe zur Erlösung.. Leni hält ihren linken Arm über das Waschbecken, und setzt die Spitze der Scherbe auf ihre Pulsader. Dann drückt sie.. Immer fester.. Bis sie merkt, dass sie ihre Haut durchtrennt hat. Jetzt zieht sie die Scherbe, mit voller Kraft, von ihrem Handgelenk bis zum Ende der Pulsader.. Sie sieht in den Spiegel. Die Schmerzen sind gar nicht so stark wie sie erwartet hätte.
Das warme Blut fließt über ihre Hand und ins Waschbecken.. Leni atmet tief durch. Setzt mit dem bereits aufgeschlitzten Arm, die Scherbe am anderen Arm an, und zieht erneut durch. Sie legt die Scherbe vorsichtig auf den Rand des Waschbeckens.. Mit der Hüfte öffnet sie vorsichtig die Tür. Der Flur ist leer, niemand ist da. Langsam läuft Leni los.
Das warme Blut strömt ungehalten aus ihren Armen. Vorsichtig und unter Schmerzen öffnet sie die Tür zur Treppe.. Sie wankt die Treppe hoch. Sie merkt wie ihre Kräfte immer mehr schwinden. Sie zittert am ganzen Körper.. Sie schafft es gerade noch so zur Tür ihres Klassenzimmers..
Unter höllischen Schmerzen und ohne jegliche Kraft öffnet sie langsam die Tür.. Plötzlich wird ihr schwarz vor Augen, und sie droht wegzusacken, doch sie kann sich am Türrahmen abfangen.
Alle schauen sie an. Leni schaut noch einmal in den Flur. Eine Blutspur zeigt ihren qualvollen und zugleich erlösenden Weg. Jetzt bemerken auch die ersten Schüler das, aus den Armen strömende, Blut. Leni macht einen Schritt ins Klassenzimmer. Sie sammelt ihre letzte Kraft, ihren letzten Willen und ruft so laut sie kann und mit zittriger Stimme: „Celine, endlich bin ich erlöst!“
Gerade als sie das letzte Wort ausgesprochen hat, wird ihr schwarz vor Augen.
Sie verliert die Kontrolle über ihren schwachen Körper. Sie sackt in sich zusammen. Niemand kann ihr mehr helfen..'
Schweißgebadet und unter Tränen wacht Leni auf. Es war nur ein Traum! Gut.. Oder doch schade? Sie weiß es nicht genau.
Dieser Film läuft nun schon seit Tagen vor ihren Augen ab. Sie möchte dagegen ankämpfen. Doch ihre einzigen Waffen sind Wut, Trauer, Sehnsucht und der starke Drang zum Ritzen. Sie hat ihren Abschiedsbrief schon geschrieben.


Immer mehr Leute sagen Leni sei dumm oder ein Emo, weil sie sich ritzt. Diese Menschen haben keine Ahnung. Nicht jeder Emo ritzt sich, und es hat nicht im geringsten etwas mit Dummheit zu tun. Wenn man sich ritzt sind in diesem Moment, der seelische Druck und die Gefühle in einem drin zu viel und zu groß um sie auszuhalten. Es ist eine Art Befreiung. Und doch ist es eine Krankheit.. Eine so furchtbare Sucht.. Eine Sucht die alles beherrscht, und irgendwann zu einer Art Körperfunktion wird. Es wird so selbstverständlich wie schlafen oder essen.

Viele Menschen drängen Leni dazu, mit dem Ritzen aufzuhören. Doch sie verstehen nicht, dass das nicht so einfach ist wie sie denken.
Wieso sollte sie das lassen, was ihr zeigt das sie noch am Leben ist, das ihr hilft sich selbst noch zu spüren? Hört ihr denn auf zu atmen?
Kennst du das..? Du willst weinen, doch es geht nicht. Du willst schreien doch es geht nicht. Du willst sterben doch es geht nicht. Nein?
Dann hör auf über sie zu urteilen. Du weißt nicht wie es in ihr aussieht.
Jede Nacht weint sie sich in den Schlaf und hofft, dass das alles bald ein Ende hat..!
Sie kann das alles nicht mehr lange..

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Sonntag, 2. Juni 2013
Die erste Geschichte...
Um nicht direkt loszulegen, erstmal kurz etwas allgemeines.
Meine Geschichten handeln von einem 16jährigen Mädchen, Leni. Sie hat viele Probleme, und flüchtet sich in noch viel größere. Weder zuhause, noch in der Liebe läuft es wirklich gut, und Leni weiß oft nicht wie sich helfen soll.
Sie hat viel mit Selbstverletzung und Suizid zu tun, was auch Hauptthema der Geschichten ist.

Ich hoffe die Geschichten gefallen euch,
viel Spaß beim lesen :) gerne auch kommentieren wie ihr sie findet..

Hier schon mal die erste Geschichte:


Da sitzt sie jetzt. Angelehnt an den Zaun der Autobahn beobachtet sie die vorbeirauschenden Autos. Sie ist alleine. Alleine mit ihrer Angst, alleine mit ihrer Wut, ihrer Trauer, ihrem Leiden und ihrer Sehnsucht.. Es ist stockdunkel. Sie sieht auf ihr Handy.. 2Uhr morgens und 3 Nachrichten.. Sie liest sie nicht. Leni lehnt ihren Kopf gegen den großen, silbernen Zaun, nimmt einen tiefen Zug von ihrer Zigarette und lauscht dem Rauschen der Autobahn. Sie schließt die Augen, und stellt sich vor wie es wäre jetzt einfach loszulaufen. Zu laufen bis ein Auto sie erfasst, durch die Luft schleudert und ihr niemand mehr helfen kann.
Bei diesem Gedanken fließen ihr Tränen über die Wangen. Warum weint sie denn jetzt?! Sie kann es nicht einordnen, wie so viele andere Gefühle die sie manchmal überkommen.
Wieder vibriert ihr Handy.. Noch eine Nachricht. Sie ist von IHR. Leni's Herz fängt an zu rasen als sie den Namen, des Mädchens das sie so sehr liebt, auf dem Display liest.. Es ist nur eine unwichtige Nachricht. Leni liest ein paar der alten Nachrichten. Da..! Die Nachricht, die Leni damals traurig und glücklich zugleich machte.
„ Ich würde es gerne mit dir versuchen, aber ich habe Angst verletzt zu werden.“
Was denkt sie denn?! Leni könnte sie niemals verletzen! Sie ist Leni's Traumfrau. Das Mädchen, das Leni 'ihr Mädchen' nennen möchte. Leni würde ihr die Sterne vom Himmel holen und alles tun damit sie glücklich ist. Hört sich das an, als würde Leni sie verletzen wollen?
Dicke Tränen kullern über Leni's Wangen.. Sie schluchzt, den Kopf auf die angewinkelten Beine gelegt, ungehalten vor sich hin. Wie ein Häufchen Elend sitzt sie da. Was soll Leni nur tun um sie zu überzeugen? Leni weiß es nicht.. Sie weiß nicht mehr weiter. Sie ist verzweifelt, und niemand kann ihr helfen. Wenn ihr doch nur jemand klar machen könnte, das Leni es wirklich ernst meint... Scheint als müsste Leni versuchen sie zu vergessen.. oder wenigstens die Gefühle zu ihr verdrängen..
Die Sonne beginnt aufzugehen und es wird langsam hell.
Leni steht auf, klettert über den Zaun und macht sich langsam auf den Weg nach Hause.. Dort wird sie dann wieder so tun als wäre alles gut.. So wie sie es schon seit so langer Zeit tut..

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